Hochzeit hinter Zuckerrohrfeldern
Am Wochenende waren wir auf einer traditionell gefeierten Hochzeit auf den Feldern vor und um Kigali eingeladen. Durch exotisches Zuckerrohr und außergewöhnlich bewucherte Felder, ging es auf eine noch überraschendere Feier.
Das Besondere an einer ruandischen Hochzeit ist das Überreden des Brautvaters, seine Tochter herzugeben. Dieser Schlagabtausch zwischen den Angehörigen von Braut und Bräutigam hat eine Stunde gedauert.
“Ich weiß ja nicht, ob ich euch meine Tochter geben soll. Unsere alte Oma hat mal auf der Straße euren Sohn um eine Mitfahrgelegenheit gebeten, aber er ist einfach vorbeigefahren!”
“Ach, werter Brautvater, doch nur deswegen, weil wir eine schwangere Frau an Bord hatten…”
Als der Brautvater endlich eingewilligt hat, seine Tochter zu verheiraten, bekam er als Geschenk eine Kuh - woraufhin postwendend ein singbegabter Mann in traditioneller Kleidung auf die Schönheit der Kuh gesungen hat. Glücklicherweise wurde er von einem noch lauter, länger und energischer auftretenden Sänger, der auf die Schönheit der Braut angestimmt hat, in den Schatten gestellt. Endlich haben die Krieger den Weg zur Braut freigegeben! Auf den Photos seht ihr verschiedene Phasen der Zeremonie und den Einladenden, Jack, mit Andrea. Um die Familie des Bräutigams zu testen, sollten wir zwei “Mzungus” übrigens anstelle der Braut verheiratet oder im Kanon mit der Kuh verscherbelt werden, so genau haben wir das leider nicht verstanden. Klar war allerdings, dass wir zur Erheiterung von mehr 200 Gästen beigetragen haben. Ach, bitteschön, gern geschehen!
Aber zum Glück sind ja letztendlich alle da gelandet, wo sie hingehören: das Brautpaar im hübschen Haus aus Graß, das einem Stammeschef gebührend wäre, und wir bei romantischem Vollmond und Sternenhimmel im leckeren indischen Restaurant.
